Allerheiligenkirche

Öffnungszeiten:
Montag – Sonntag: 10.00 – 18.00 Uhr

Während der Öffnungszeiten steht der Vorraum der Kirche zu Gebet und Besichtigung offen.
Das Betreten des Kolumbariums ist nur Angehörigen der hier beigesetzten Verstorbenen möglich.

Zur Geschichte

In der Erfurter Allerheiligenkirche entstand bis 2007 das vermutlich erste Kolumbarium in einer katholischen Kirche, in dem sich sowohl Christen als auch Nichtchristen in Urnen bestatten lassen können. Seit 2005 erfolgten dazu umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Kirche. Die inhaltliche Gestaltung des Kolumbariums erfolgte durch die Erfurter Künstlerin Evelyn Körber.

Die Allerheiligenkirche wurde Anfang des 12. Jahrhunderts gestiftet und zusammen mit einem Kloster und einem Armenhospital erbaut. Die Besiedlung des Klosters erfolgte 1117 durch regulierte Augustiner Chorherren.

Der ursprüngliche Grundriss der Kirche ist nicht mehr mit Sicherheit festzustellen. Wahrscheinlich war er noch nicht dem heutigen Verlauf der Allerheiligen- und Marktstraße angeglichen, sondern bildete eine rechteckige, einschiffige Kirche mit einem nach Süden herausgerückten Westturm.

Die Grundmauern des Ostteils vom heutigen nördlichen Seitenschiff und des Turmes stammen vermutlich noch vom ältesten Bau.

Beim Stadtbrand von 1221 wurde die Kirche beschädigt. In der Mitte des 13. Jahrhunderts hatte sie ihre Eigenschaft als Kloster- und Hospitalkirche verloren.

Ab 1238 begann der Umbau der Kirche, bei dem man sich nach dem Verlauf der Straßenzüge richtete. Dieser dauerte bis weit in das 14. Jahrhundert. Das zweischiffige Langhaus war damals mit einer hölzernen Spitztonne gedeckt, deren Dachkonstruktion teilweise noch erhalten ist. Erst im 19. Jahrhundert wurde die heutige flache Decke eingezogen.

Der Anbau mit Wendeltreppe zwischen dem nördlichen Seitenschiff und dem Turm wurde im 18. Jahrhundert errichtet, als man im Erdgeschoss des Turmes ein Gewölbe einzog und deshalb ein Zugang zu den oberen Geschossen des Turmes von außen eingerichtet werden musste.

Der Turmbau mit achteckigem Unterbau wurde nach mehrfacher Zerstörung, zuletzt 1870, neu errichtet. 1896 bis 1898 wurden der Chor und die Sakristei im Osten angebaut. Beim Zwischenbau zur Sakristei fanden Anbauten des 18. Jahrhunderts Verwendung. Das Südportal wurde geöffnet und das Nordportal vermauert. Im Inneren wurden Emporen und der Sakristeieinbau im Südschiff entfernt. Die Westempore mit der Orgel wurde erneuert. Die Grabsteine des Fußbodens wurden auf dem angrenzenden Kirchhof aufgestellt. Der barocke Hochaltar wurde wieder an der Ostwand des südlichen Seitenschiffes aufgestellt.

Seit der umfangreichen Renovierung der Kirche und ihrer Wiedereröffnung im September 2007 wird das südliche Seitenschiff als Gottesdienstraum genutzt, im Nordschiff befindet sich die Urnenbegräbnisstätte, das Kolumbarium.

Foto: Frank Spangenberg

<< zurück